30.07.2010
Stadtwerke ziehen „BARD Offshore 1“ an Land
Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck GmbH haben sich mit der SüdWestStrom Windpark GmbH & Co KG an einem der innovativsten Kraftwerksprojekte für erneuerbare Energien in Europa beteiligt. Karl Heinz Schönenborn, Geschäftsführer der Stadtwerke Fürstenfeldbruck freut sich, mit der Unterschrift zu diesem Projekt einen wichtigen Schritt hin zur Energiewende im Landkreis Fürstenfeldbruck gemacht zu haben.
 |   Die Gondel der Stadtwerke Fürstenfeldbruck für die neue Windkraftanlage der Stadtwerke Fürstenfeldbruck ist schon bestellt.
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Eine lange und intensive Planung, die schon 2008 begonnen hat, kommt damit zu einem erfolgreichen Abschluss. Über die SüdWestStrom-Stadtwerke-Kooperation konnte sich der Brucker Energieversorger am ersten kommerziellen deutschen Windpark in der Nordsee beteiligen.
Strom für eine nachhaltige Zukunft
Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck beteiligen sich mit einem Leistungsanteil von 2 MW an dem Windpark. Damit können rund 3000 Haushaltskunden mit umweltfreundlich erzeugtem Strom versorgt werden. Der Strom aus der Anlage, die ca. 100 km nordwestlich von Borkum liegt, soll über die längste Hochspannungs-Gleichstromverbindung in der Nordsee ans Festland transportiert werden. Mit dieser für Deutschland relativ neuen Technologie entstehen geringere Stromverluste bei der Durchleitung. So kann der gewonnene Strom effizienter genutzt werden.
Das Kraftwerksprojekt der Superlative sieht den Bau eines Windparks mit 80 Anlagen in der Nordsee vor. Diese Anlagen haben eine installierte Leistung von 400 MW. Bis jetzt ist eine Laufzeit von 20 Jahren genehmigt. Über diesen Zeitraum lassen sich mindestens 17 Millionen Tonnen CO2 einsparen.
Fertigstellung bis 2011
Die ersten drei Windanlagen sind bereits errichtet und wirken in der riesigen Nordsee fast ein bisschen verloren. Die wahre Dimension wird erst durch die Zahlen deutlich. Die Fundamente sind in rund 40 Metern Tiefe verankert. Die Masten ragen 152 Meter Richtung Himmel und überragen die Türme der Münchner Frauenkirche um mehr als ein Drittel. Die 80 Anlagen verteilen sich auf einer Fläche von rund 60 km2. Auf dieser Fläche könnten rein rechnerisch 10.000 Fußballfelder errichtet werden. Der dort produzierte Strom soll für die Versorgung von rund 400.000 Haushalte ausreichen.
Die Firma BARD rechnet damit, bis Mitte 2011 den kompletten Windpark mit 80 Anlagen fertig gestellt zu haben. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sind rund 70 Spezialisten auf der Baustelle in der Nordsee tätig.
Die Arbeiten werden streng von den zuständigen Aufsichts- und Genehmigungsbehörden kontrolliert. Das ausführende Unternehmen, die BARD-Gruppe ist um eine möglichst umweltschonende Installation der Windkraftanlagen im Meer bemüht. Um die Schallentwicklung bei der Montage zu reduzieren wurde ein eigenes, spezielles Rammverfahren entwickelt. Die mächtigen Stützkreuze für die Fundamente werden alle mit diesem neuen Verfahren installiert.
Nachhaltigkeit als Verpflichtung
„Die Beteiligung an diesem innovativen Windkraftprojekt unterstreicht die Bemühungen der Stadtwerke, ihre Eigenerzeugung auszubauen. Die Nachhaltigkeit der Energieversorgung, der wir uns schon seit der Gründung der Stadtwerke durch Oskar von Miller verpflichtet fühlen, wird dadurch konsequent weiterverfolgt“ erklärt Karl Heinz Schönenborn.
Hintergrund:
Im August 2009 wurde die Südweststrom Windpark GmbH & Co KG als Stadtwerke-Kooperation gegründet. Zu den Gesellschaftern zählen rund 60 kommunale Energieversorger aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und Luxemburg. Auch die Stadtwerke Fürstenfeldbruck gehören zu diesen Gesellschaftern. Aktuell projektiert die Gesellschaft den ersten kommerziellen offshore Windpark „BARD Offshore 1“ in der Nordsee.